Olympiasieger, aktuelle und ehemalige Weltmeister, Eliteruderer – zur Regatta „Rund um den Wannsee“ hatte sich einiges an Ruderprominenz angesagt. Da war schnell klar, dass sich das WRC-Boot mit Enrico, Thomas V., Niels und Thomas K. und Steuermann Christian eher auf den hinteren Plätzen einreihen würde.
Aber egal – schließlich gab es noch die Renngemeinschaft Biller RC/RV Bille/Hattinger RV/WRC mit Miriam und Flo am Steuer. Gemeinsam angereist, gemeinsam aufgeriggert, gemeinsam ins Wasser. Und dann doch gegeneinander gerudert: Die Männer starteten vier Minuten hinter den Frauen. Ein kleines WRC-internes Privatduell mitten in all der Ruderelite.
Das Frauenboot berichtet: „Wo waren wir da bloß reingeraten? Innerhalb von gerade einmal 30 Minuten wurden mehr als 60 Boote auf die Regattastrecke geschickt. Unser Start war dabei eher ein Kaltstart: Bis zur Aufreihung an der Startlinie waren wir fest davon ausgegangen, dass es einen fliegenden Start geben würde. Dann plötzlich: ‚Attention! Set! – und die rote Fahne wurde geschwenkt. Na dann los! Immerhin konnten wir direkt am Start ein Boot aus unserer Startwelle hinter uns lassen.
Unser persönliches Ziel war schnell gefunden: Hauptsache, das Männerboot des WRC holt uns nicht ein! Und tatsächlich konnten wir uns bis zum Ende behaupten. Stattdessen lieferten wir uns auf den letzten Metern noch einen spannenden Zieleinlauf mit einem Boot aus der vorherigen Startwelle. Mit einem echten Foto-Finish konnten wir dieses Boot quasi auf der Ziellinie noch einholen.
Mit einer Zeit von 42:23 Minuten belohnten wir uns am Ende selbst. Das zeigt doch: Regelmäßiges Training bringt nicht nur eine Mannschaft zusammen, sondern stärkt auch die Verbindung zwischen den Vereinen.“
Und die Männer? Auch das kam gut vom Start weg und lag zunächst vorne. Eine Welle warf uns allerdings kurz etwas zurück. Nach etwa einem Kilometer hatten wir uns in der Mitte zwischen unseren drei Startbooten eingerichtet – und daran sollte sich bis ins Ziel nichts mehr ändern.
Wir konzentrierten uns darauf, andere Boote zu überholen. Jeder erfolgreiche Überholvorgang sorgte auf der 8,6 Kilometer langen Strecke für einen willkommenen Motivationsschub.
Während des letzten Duells schoss plötzlich ein „Eliteboot“ – ein fußgesteuerter Vierer – zwischen uns hindurch. Wow! Wir kämpften uns schließlich auch am letzten Konkurrenten vorbei und über die Ziellinie: 40:31 Minuten.
Gern wären wir unter 40 Minuten geblieben. Und natürlich hätten wir noch viel lieber das Frauenboot eingeholt. Doch die waren offenbar gut im Training. So sehr wir auch die Statistiken bemühten – am Ergebnis war nichts mehr zu ändern.
Trotzdem: ein tolles Rennen, zwei schöne gemeinsame Abende beim Berliner Ruder-Club und vor allem die Aussicht, im nächsten Jahr den Spieß umzudrehen. Miriam Craß, Thomas Kosinski
Mitte September reisten Enrico, Thomas V., Maxi und Jenny zur 84. Ruderregatta nach Leer. Der Freitag stand zunächst im Zeichen von Maxis Geburtstag, bevor die vier auf dem Regattaplatz das WRC-Lager aufschlugen.
Den sportlichen Auftakt bestritt Thomas am Samstag gemeinsam mit Volker vom Alster-RV Hanseat. In ihrer Renngemeinschaft gewannen sie den Doppelzweier über 1.000 Meter deutlich.
Auf der 300-Meter-Strecke gingen anschließend Thomas und Enrico im Einer an den Start, jeweils in einer anderen Abteilung. Enrico wurde Dritter, Thomas verpasste den Sieg nur knapp und belegte Platz zwei. Am Nachmittag ruderten Maxi und Jenny im Doppelzweier über 300 Meter. Nach einem spannenden Rennen fehlte ihnen gerade einmal eine Sekunde zur ersehnten Medaille; auch sie wurden Zweite.
Am Abend kamen alle in der Ferienwohnung von Maxi und Jenny zusammen. Dort warteten Königsberger Klopse, die Thomas mit viel Liebe gekocht hatte. Gut gestärkt kehrten die vier zum Regattaplatz zurück, um den Nachtsprint zu verfolgen. Nach den Erfahrungen des Vorjahres verzichtete der WRC diesmal auf einen eigenen Start. Erfreulich war jedoch zu sehen, dass auch die Veranstalter daraus gelernt hatten: Eine Bojenkette markierte nun die Grenze der Rennstrecke und machte Abweichungen vom Kurs rechtzeitig erkennbar.
Die Nacht war kurz, als Maxi und Jenny am Sonntagmorgen im Doppelzweier über 1.000 Meter antraten. Sie erreichten Platz drei. Kurz darauf trafen Thomas und Enrico im 300-Meter-Einer direkt aufeinander: Thomas wurde Zweiter, Enrico Dritter.
Für Maxi und Jenny folgte noch ein weiteres Rennen über 1.000 Meter im Doppelzweier, das sie ebenfalls auf Platz drei beendeten. Den Schlusspunkt setzte Thomas erneut gemeinsam mit Volker: Die beiden holten ihren zweiten Sieg des Wochenendes.
So endete die Regatta, wie sie begonnen hatte – mit einer Medaille für Thomas, unseren „Terminator“ und Goldjungen. Auch die anderen nehmen aus Leer viele Rennerfahrungen und reichlich Motivation mit. Die Trainingspläne für den Winter stehen schon. Denn wir wissen: Regatten werden im Winter gewonnen. Jenny Grimm
Ende August ging es für Thomas V., Maxi und Jenny nach Bad Segeberg zur 350 m Sprint-Regatta – eine Distanz, bei der vom Start weg jeder Schlag sitzen muss. Das Wetter zeigte sich dabei ähnlich abwechslungsreich wie die Rennen: Sonne, Regen, Wind und Wellen begleiteten uns durch den Tag.
Thomas V. stellte sich zweimal der Herausforderung im Einer. Auch wenn es in seinen Rennen dieses Mal leider nicht für den ersten Platz reichte, zeigte er vollen Einsatz. Ein Foto von ihm im Rennen fehlt leider: Während er unterwegs war, saßen wir ebenfalls im Boot - die Kamera musste deshalb für diesen Lauf an Land bleiben.
Maxi und Jenny sicherten sich in ihrem ersten Rennen im Doppel-Zweier den 1. Platz und durften sich dementsprechend über eine verdiente Medaille freuen. Beim zweiten Start machten Wind und Wellen die Sache deutlich schwieriger. Am Ende stand hier Platz drei.
Nach den beiden Rennen im Zweier ließ Maxi es sich nicht nehmen, nochmals im Einer an den Start zu gehen und konnte sich hier sogar noch einen starken 2. Platz sichern. Auch Thomas, der mit diesem Rennen bei seinen zweiten Wettbewerb an diesem Tag startete kam als Dritter ins Ziel. Damit war der WRC in diesem Rennen gleich doppelt auf dem Siegerpodest vertreten.
So endete ein abwechslungsreicher Regattatag in Bad Segeberg mit einem Sieg, mehreren Podestplätzen und einigen nassen wie windigen Momenten auf dem Wasser. Vor allem aber bot die Sprint-Regatta viele spannende Rennen – und reichlich Gesprächsstoff für die Rückfahrt. Jenny Grimm
Gegen 20:30 Uhr verkündete „Mister Oste-Marathon" und Organisator Hendrik von den Wasserfreunden Hemmoor, dass ihn in diesem Jahr ganz besonders freue, dass Gregor aus Wilhelmsburg, der seit fast fünfzehn Jahren mit mindestens einer Mannschaft des WRC am Traditionswochenende teilnimmt, nun endlich den Sieg nach Hause holt.
Zwischen lautem Jubel, ungläubigem Lachen und fassungslosen Blicken brauchte es einen kurzen Moment, bis alle realisierten: Der WRC holt den Pokal!
Dabei war dieser Erfolg alles andere als selbstverständlich. Der WRC war in diesem Jahr mit zwei Booten am Start: Ein gesteuerter Vierer stellte sich der verkürzten „Light-Version“ mit der Vormittagsstrecke über 52 Kilometer, während eine weitere Mannschaft im gesteuerten Dreier die komplette Marathonstrecke über rund 72 Kilometer ruderte.
Der traditionelle Oste-Marathon, der normalerweise sogar über etwa 80 Kilometer führt – morgens zum Oste-Riff und zurück sowie am Nachmittag nach Hechthausen und wieder zurück –, wegen der Tide angepasst werden. Die Nachmittagsrunde wurde auf rund 20 Kilometer verkürzt. Zudem sorgte der Dauerregen dafür, dass viele Mannschaften auf die Nachmittagsstrecke verzichteten. Dadurch kam es erstmals in der Geschichte des Oste-Marathons zu einem Massenstart am Nachmittag.
Der gesteuerte Vierer mit Flo, Charlotte, Kai, Peter S. und Miriam setzte sich schließlich in einem breiten Teilnehmerfeld gegen zehn weitere Mannschaften durch und erreichte nach 3:06 Stunden das Ziel. Der Vorsprung auf die zweitplatzierte Mannschaft betrug dabei gerade einmal eine Minute – ein denkbar knappes Rennen, das zeigt, wie eng die Konkurrenz auch in diesem Jahr war.
Doch woran lag es? An der „Light-Version“ des Marathons? An Gregors strategischem Weitblick bei der Einteilung der Mannschaften? An der konsequenten Trinkpausen-Strategie – nämlich gar keiner Pause? An der Kampflinie, die Steuerfrau Charlotte auf der Tour zum Riff gewählt hat? An Peters weißen Glückssocken, die selbst im Watt nicht ausgezogen wurden? Am Hopfen vom Vorabend oder dem Espresso auf dem Riff? Wie so oft gehört vermutlich auch das berühmte Quäntchen Glück dazu, das es für einen Sieg einfach braucht.
Am Ende ist es eigentlich auch egal. Fest steht: Der WRC hat eindrucksvoll bewiesen, dass er auch Marathon kann – und das mit Erfolg.
Doch damit nicht genug: Der gesteuerte Dreier mit Gregor, Enrico, Michi H. und Conrad erruderte zusätzlich einen hervorragenden zweiten Platz auf der Langstrecke. Außerdem sprang Thomas V. spontan in einem fußgesteuerten Vierer ein, der aus Einzelanmeldungen zusammengestellt worden war. Allein diese Herausforderung verdient Anerkennung – und vor allem Respekt vor dem Steuermann.
Mit einem Sieg und einem zweiten Platz war der Oste-Marathon 2026 für den WRC ein Wochenende, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ein riesiges Dankeschön geht an Gregor für viele Jahre Oste-Marathon-Tradition und Organisation sowie an unseren Traditionsobmann Flo: Dieser Pokal geht auf Euch! Miriam Craß
Beim ersten Staffelrudern auf der Alster 1989 ist der WRC in einer Renngemeinschaft mit dem Biller RC an den Start gegangen. Damals war die Strategie noch etwas ambitionierter: drei Runden am Stück, und weil nicht alle im Team skullen konnten, war sogar ein Riemenboot von uns auf der Strecke unterwegs. Das wusste Michael Otto vom Biller RC (für Insider: „Kuchen-Bille“) zu berichten, der seitdem jedes Jahr beim Staffelrudern dabei war. Ob der WRC danach nicht mehr dabei war? Doch schon, laut Michael Otto, in den 1990ern und vermutlich noch einmal Anfang der 2000er war man durchaus vertreten.
Zeit also diese alte Tradition wiederzubeleben und die „WRC-Tester“ Flo, Enrico Thomas V. und Miriam ins Rennen zu schicken, die nach der Eurega nun auch dieses deutlich hektischere Format ausprobiert haben. Das Fazit vorweg: dringend wiederholungswürdig.
Am Veranstaltungstag zeigte sich die Alster von ihrer sommerlichen Seite: sehr warm, sehr sonnig, und spätestens im Boot auch sehr schweißtreibend. Das Wetter sorgte dafür, dass schon vor dem Start klar war: heute wird nicht nur sportlich, sondern auch logistisch und nervlich geschwitzt.
Das Staffelrudern selbst ist als klassisches Rundkurs-Format organisiert. Mehrere Boote starten im Wechsel für die jeweiligen Teams, die Ruder*innen wechseln sich nach jeder Runde am Steg ab. Während ein Teil auf dem Wasser alles gibt, bereitet sich der nächste bereits am Steg auf den schnellen Wechsel vor – inklusive Eile, Ansage, Einsteigen, Abstoßen und dem Versuch, dabei nicht das eigene Boot oder fremde Nerven zu beschädigen. Aber genau das macht es aus, die ständigen Wechsel zwischen Hektik an Land und Tempo auf dem Wasser. Das Team, das während der acht Stunden die meisten Runden dreht, gewinnt.
Unsere Renngemeinschaft bestand neben dem WRC und dem Biller RC aus dem RV Bille (auch bekannt als „Matjes-Bille“) sowie RC Protesia. Gemeinsam ging es in einem Feld von 24 Mannschaften auf die Strecke.
Auf dem Wasser ging es stellenweise sehr eng zu. Besonders in den Wenden war wenig Platz für höfliche Distanz, dafür umso mehr für kreative Linienwahl. In unserer letzten Runde wurde es dann richtig spannend: Nachdem wir kurz nach dem Start ein Elmshorner Boot und die Mannschaft von Teichwiesen überholen konnten, versuchte die Mannschaft des Ruder-Club Hansa in einer bereits extrem knappen Wende noch auf der Innenbahn an uns vorbeizuziehen. Das Ergebnis war eine Situation, die man im Nachhinein vermutlich als „sportlich ambitioniert mit Kollisionspotenzial“ beschreiben kann – in Echtzeit eher als „besser ausweichen, bevor es kracht“.
Glücklicherweise blieb es bei der Schrecksekunde. Andere Vereine hatten deutliche Schäden zu verzeichnen: Dollenbruch, Skullbruch – kein Wunder für ein Rennen, bei dem die Alster zeitweise eher an einen gut besuchten Kreisverkehr erinnerte.
Sportlich reichte es am Ende für einen soliden 12. Platz. Damit landete unsere Renngemeinschaft im Mittelfeld eines starken und sehr engagierten Teilnehmerfeldes.
Unterm Strich bleibt ein heißer Sommertag, ein hektisches, aber genau deshalb sehr unterhaltsames Rennen und das klare Gefühl: Nächstes Jahr wieder – gern mit noch mehr WRC, noch mehr Runden und hoffentlich etwas weniger Innenbahn-Überraschungsmanövern. Miriam Craß
Am Pfingstwochenende nahm der Wilhelmsburger Ruder Club zwar mit nur einer geringen Anzahl von Aktiven an der Regatta in Otterndorf teil, war dafür sportlich jedoch sehr erfolgreich: Zwei WRC-Ruderer und eine WRC-Ruderin kehrten mit insgesamt vier Medaillen zurück. Für den WRC gingen Thomas, Maxi und Jenny an den Start.
Thomas überzeugte besonders in den Einer-Rennen über 1000 Meter. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag gewann er im Einer-Rennen jeweils den ersten Platz und sicherte dem WRC damit zwei Siege.
Durch die Zusammenarbeit mit dem RC Süderelbe entstanden außerdem Renngemeinschaften: Am Samstag gingen alle die drei mit Ina vom RCS an den Start. Hier verfehlten die vier um wenige Sekunden den ersten Platz im offenen Doppelvierer Rennen 1000 m. Maxi und Jenny waren dann aber am Sonntag im Mixed-Doppelvierer SM/F A mit Ina und Jannis vom RCS erfolgreich. Gemeinsam erreichten sie auf 1000 Meter den ersten Platz und sorgten damit für einen weiteren Sieg des WRC.
Im Mixed-Zweier SM/F A über 1.000 Meter reichte es am Samstag für Maxi und Jenny trotz eines engagierten Rennens nicht für eine Medaille. Besonders spannend wurde es für die beiden dann jedoch zum Abschluss des Wochenendes, im 500-Meter-Sprint des Mixed-Doppelzweiers SM/F A am Sonntag: Dort lieferten sich Maxi und Jenny ein knappes Rennen gegen Ina und Jannis, mussten sich am Ende jedoch geschlagen geben. Thomas trat außerdem an beiden Tagen zusammen in einer Renngemeinschaft mit Uwe vom Schleisheimer RC im Master Männer-Doppelzweier an. Auch hier zeigte das Team Einsatz, konnte jedoch keine Medaillen gewinnen.
Das Regattawochenende in Otterndorf zeigte eindrucksvoll, dass auch eine kleine Hand voll Aktiver große Erfolge erzielen kann. Vor allem Thomas glänzte mit seinen beiden Siegen im Einer. Man munkelt, es lag an den neuen Schuhen im Seerolf. Maxi und Jenny fuhren in der Renngemeinschaft im Vierer einen weiteren ersten Platz für den WRC ein.
Mit insgesamt vier Medaillen war das Pfingstwochenende für den WRC ein rundum erfreulicher Auftritt. Für Jenny markierte das Wochenende zugleich einen besonderen persönlichen Meilenstein. Genau vor zwei Jahren absolvierte sie ihren Anfängerkurs beim WRC. Die Ergebnisse machen Lust auf die kommenden Regatten und zeigen den starken Einsatz aller Beteiligten. Jenny Grimm
|
|
|